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Wissenswertes aus der
Praxis & Versicherungswelt

Unfallversicherung ist nicht gleich Unfallversicherung!

Neulich und aus der Praxis!

Kunde kündigt seine Unfallversicherung.

Hallo Herr ……., Sie haben gekündigt. Darf ich erfahren, warum Sie Ihre seit 1984 bestehende Unfallversicherung (LKW Fahrer, Vertrag wird alle 5 Jahren aktualisiert) nun ohne Vorwarnung loswerden möchten?

Die ist mir zu teuer geworden, vor 10 Jahren hatte ich einen Unfall (Handgelenk gebrochen) und die Gesellschaft hat nix bezahlt (vor 10 Jahren ?!) und ich habe ein besseres Angebot erhalten.

Ich: OK, zu teurer = mache eine neue Bedarfsanalyse und oder reduzieren Ihre Leistungen.

Keine Zahlung bei Unfall?! = warum weiß ich nichts davon? Habe es selbst gemeldet. Die Dame am Telefon sagt, für Handgelenkbrüche gibt es keine Leistung!

Besseres Angebot = OK, schaue mir Ihr Angebot gerne an und erstelle Ihnen ein Gegenangebot und Bedingungsvergleich.

Kunde: OK, machen Sie mir ein besseres Angebot und ich überlege es mir!

Ich: Um welche Gesellschaft, Tarif handelt es sich und welche Leistungen wurden Ihnen angeboten?

Kunde: verrate ich nicht! Wenn Sie besser sind, beweisen Sie es. (?!) Da war einer da, hat alles geprüft und aufgenommen und hat mir erklärt, dass meine Unfallversicherung zu teuer sei und er mir das um 50% mit fast gleiche Leistungen anbieten kann. Dann war er nochmal mit seinem Chef da und auch er hat das bestätigt. Machen Sie mir ein Angebot!

Ich: OK, welche Leistungen soll ich den berechnen?

Kunde: Haushaltshilfe, Insektenstiche und 3000€ mtl. Rente gestaffelt ab 20% und bei Tod.

Ich: sorry aber mit diesen Angaben kann ich kein Angebot erstellen und wenn ich irgend etwas berechne, kommt womöglich irgend etwas raus was nicht bedarfsgerecht für Sie ist oder wir vergleichen Äpfel mit Birnen. Nennen Sie mir wenigsten welcher Versicherer dahinter steckt.

Kunde: Nein, wenn ich Ihnen die Gesellschaft nenne, dann rufen Sie ja dort an und erkundigen sich um welches Angebot es sich handelt!

Ich: Herr..... wie sollte ich bei einer Gesellschaft ohne nähere Infos und oder von einem unbekannten Vertreter, der Ihnen mündlich ein Angebot macht, das Angebot abrufen können??

Das Telefonat habe ich dann nach 25 Minuten abgebrochen, da Kunde ein Angebot wollte das min. besser war als das war er MÜNDLICH zugetragen wurde und ohne mir genaue Leistungen zu nennen.

Es gibt Menschen, den kann man es einfach nicht recht machen. Die sind so starr in Ihrer Meinung, dass womöglich nur dann durch einen Unfall merken „oha ich bin ja falsch versichert und ist ja gar nicht so wie der Vertreter erzählt hat“.

Und WER ist am Ende daran schuld?

Klar der Vermittler oder die Gesellschaft! 

Vermittler hat mich beschi…….. die Versicherung zahlt eh Nie!! 

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So oder so ähnlich werden unwissenden Kunden gelockt. 

„Was? Du zahlst für deine Unfallversicherung so viel Geld? Ich zahle für meine nur die Hälfte! Ich glaube, du bist schlecht und teuer versichert.“

Solche Situationen und Gespräche mit Bekannten über Versicherungen kennen Sie sicherlich. Daraufhin stellen Sie sich natürlich erst einmal die Frage: „Habe ich einen Fehler gemacht? Und bin ich wirklich so schlecht versichert?“

Auf den ersten Blick könnten Sie das tatsächlich denken – Sie zahlen ja schließlich etwas mehr Geld als der Gesprächspartner. Dies sollte allerdings nicht zu voreiligen Schlussfolgerungen führen – denn in der Unfallversicherung kommt es nicht auf einen absoluten Minimalpreis an, sondern auf die für Sie passende Absicherung im Schadenfall. Das heißt: es muss sichergestellt werden, dass Sie z. B. mögliche unfallbedingte Umbaukosten an Ihrem Haus, finanzielle Einbußen durch Beeinträchtigung Ihrer Arbeitskraft oder den nötigen Kauf eines behindertengerechten Autos stemmen können.

Was bedeutet das für die gewählte Unfallversicherungssumme?

Eine gute und sinnvoll durchdachte Unfallversicherung legt eine für Sie persönlich angemessene Invaliditätsgrundsumme fest. Aus dieser Summe errechnet sich im Schadenfall die Entschädigungsleistung – je nach betroffenem Körperteil und Ausprägungsgrad der Dauerschädigung. Die Grundsumme ist daher auch der relevante Faktor für die Prämienberechnung. Wer hier nur 40.000 € als Summe ansetzt liegt natürlich um ein Vielfaches günstiger als jemand, der 400.000 € Grundsumme versichert. Merke: entscheidend ist eine möglichst hohe Grundsumme, nicht eine theoretisch mit Progressionsstaffel hochgerechnete Maximalsumme.

Fazit: Bei der Unfallversicherung ist dringend auf die Wahl einer passenden und angemessen hohen Invaliditätsgrundsumme zu achten. Die Unfallversicherung soll ein existenzielles Risiko abdecken und nicht nur abgeschlossen werden um das eigene Gewissen zu beruhigen („Ich habe doch eine Unfallversicherung“).

Auf welche Leistungen muss ich u.a. in einer guten Unfallversicherung achten?

Die Wahl der richtigen Grundversicherungssumme allein stellt allerdings noch keinen passenden und sinnvollen Unfallversicherungsschutz dar. Zusätzlich müssen auch die Leistungen eines Unfallvertrags berücksichtigt werden. Hier ergeben sich von Anbieter zu Anbieter gravierende Unterschiede, die im Schadenfall darüber entscheiden ob Sie eine Leistung durch den Versicherer erhalten oder nicht.

Im Fokus ist hier vor allem der Unfallbegriff, der sich wie folgt definiert:

Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper unfreiwillig eine Körperschädigung wirkendes Ereignis (Unfallereignis) erleidet. PAUKE!

Diese Definition sorgt dafür, dass viele mögliche Schadenereignisse nicht als Unfall im Sinne dieser Bestimmung gelten und somit im Bedingungswerk gesondert aufgeführt werden müssen. Nachfolgend möchten wir Ihnen dies anhand einiger wichtiger Beispiele vor Augen führen:

1.Eigenbewegungen:

Unfälle nach der o. g. Definition müssen „von außen“ auf den Körper einwirken. Bei einer sogenannten „Eigenbewegung“, das heißt also z. B. das Umknicken des Fußes beim Laufen ohne Einwirkung von außen, wäre der Unfallbegriff nicht erfüllt. Hier ist es wichtig, dass diese Leistung in den Bedingungen explizit eingeschlossen wird.

2.Infektionen:

Eine Krankenschwester hatte sich durch eine Spritzennadel geringfügig an der Haut verletzt. Durch die Verletzung konnten Krankheitserreger in den Körper gelangen und führten zu einer Infektion mit Hepatitis C. Das OLG Hamm lehnt in seinem Urteil vom 21.07.2015 den Versicherungsschutz ab, da der Unfall als solcher geringfügig ist und hier die Erkrankung an sich als hauptursächlich für die Dauerschädigung gilt. Um diese Konstellation ebenfalls abzusichern, sollte die sogenannte „Infektionsklausel“ mitversichert sein, die eben auch genau diese Schäden als Folge des Unfalls mitversichert.

3.Erhöhung des sogenannten „Mitwirkungsanteils“:

Der sogenannte „Mitwirkungsanteil“ berücksichtigt Vorerkrankungen, die sich auf den Invaliditätsgrad des betroffenen Körperteils unmittelbar auswirken, mit einem vom Arzt individuell festgelegten Prozentwert. Die vom Versicherer zu zahlende Invaliditätsleistung mindert sich in diesem Fall um diesen Prozentsatz. Eine gute Unfallversicherung erhöht die Grenze für die Anrechnung dieses Mitwirkungsanteils – z. B. auf 70 %. Das heißt: der Versicherer wird trotz Vorerkrankung die volle Leistung erbringen, sofern der prozentuale Mitwirkungsanteil der entsprechenden Vorerkrankung unter 70 % liegt.


Beispiel für Leistungskürzungen durch einen niedrigen Mitwirkungsanteil:

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Sehnenscheidenentzündung mindert Unfallleistung

Beispielsweise ist die Hand eines Versicherungsnehmers aufgrund einer krankheitsbedingten Sehnenscheidenentzündung eingeschränkt gebrauchsfähig (Mitwirkungsanteil hier 30 Prozent). 

Bei einem sich daraufhin ereignenden Unfall, verliert er die Bewegungsfähigkeit im rechten  Schultergelenk: Invalidität laut Gliedertaxe 70 Prozent. 

Die Invaliditätsleistung wird um die Vorerkrankung (30 Prozent) gekürzt, weshalb eine Leistungskürzung von 21 Prozent (30 Prozent mal 70 Prozent) erfolgt. Dies ergibt eine Gesamtinvalidität von 49 Prozent auf Basis der gültigen Progressionstabelle. 

Bei einem Versicherer mit einem Mitwirkungsanteil von mehr als dreißig Prozent entfällt an  dieser Stelle eine Kürzung der Versicherungsleistung. Deutlich wird der Unterschied am Beispiel einer Progression von 500 Prozent und einer Invaliditätssumme von 100.000 €. 

Unter Berücksichtigung des Mitwirkungsanteils von 30 Prozent ergibt sich eine  Versicherungsleistung von 94.000 €. Ohne Abzug für die vorhandene Vorschädigung betrüge die Leistung hingegen 260.000 €. Ein Unterschied von 166.000 €. 


4.Mitversicherung von Bewusstseinsstörungen:

Dieser in einigen Unfalltarifen enthaltene Ausschluss sorgt im Schadenfall häufig für Entsetzen bei den Betroffenen. An einem heißen Sommertag einen Kreislaufkollaps erlitten, ohnmächtig geworden und hart auf den Boden aufgeschlagen – und der Unfallversicherer weigert sich, für die daraus entstandenen Schäden aufzukommen, indem er sich auf den Ausschluss „Bewusstseinsstörungen“ beruft. Es ist vermutlich jedem sofort einleuchtend, dass aber gerade in solchen Fällen Versicherungsschutz über die Unfallversicherung elementar wichtig ist. Gute Unfallversicherungstarife schließen auch die Bewusstseinsstörungen explizit mit ein und leisten somit auch für diese Unfälle.

Die aufgezählten Leistungen und Szenarien sind natürlich nicht abschließend und sollen Sie anhand einiger Beispiele lediglich dafür sensibilisieren, dass „Ich habe doch eine Unfallversicherung“ in vielen Fällen eben nicht bedeutet, dass Sie auch wirklich „gut und passend unfallversichert“ sind.

Gerne prüfe ich Ihre Unfallversicherung auf Herz und Nieren, sprechen Sie mich einfach an.

Fragen? Einfach melden!

Mit den besten grüßen aus dem Elztal

Carlo Riccardi
Versicherungsmakler

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